S P I E L B E R I C H T
11. 10. 2009
von HCB7
FC GATT : Salzachsturm
Der Tabellenletzte auf der Schmelz oder als wir lernten, den Fluch der Schmelz zu besiegen
Jedem Einzelnen der an diesem Tag zahlreich angetretenen Männer von Gatte war die Blamage vom Europaliga-Tag in Erinnerung. Grundlos und aus dem Nichts war man gegen einen durchaus schwachen Gegner in Rücksand geraten, um schlussendlich 1:4 zu verlieren. Unsere Mentaltrainer hatten uns natürlich bestens darauf vorbereitet, diese Erinnerung aus dem Kopf zu bringen, aber trotzdem schienen wir an diesem Tag gegen Salzachsturm etwas blockiert (wie mein Osteopath es so schön ausdrückt…).
Bei Salzachsturm handelt es sich übrigens – und das wird Sie liebe „Zuleser“ vor den Bildschirm vielleicht unter Umständen sehr, sehr interessieren – um keinen Unbekannten, da es sich angeblich um die Nachfolgemannschaft von Salzburger Stiere handelt, deren Schlachtruf uns sicher noch allen in guter Erinnerung ist. Aber nun schön der Reihe nach:
Mit dem Fluch in den Zehenspitzen begann der FC Gatt läuferisch und kämpferisch schwach. Dennoch konnte man nach rund 10 Minuten erstmals jubeln. Durch einen sehenswerten Lochpass von Bastl freigespielt, überhebt Kaudi den herauseilenden Tormann der Salzacher und es heißt 1:0 für den FC Gatt. Man dachte, hoffte und betete, dass man den Fluch nun endgültig besiegt hätte. Doch mehr oder weniger im Gegenzug entscheidet der Schiedsrichter kurz vor der Strafraumgrenze auf Freistoss für Salzach. Den Freistoss führte zu aller Verwirrung ein Salzacher selbst aus und trifft scheinbar durch Bastl hindurch zum 1 : 1.
In Minute 30 setzte sich dann erstmals HCB7 in Szene und erhielt gelb für das Zurechtrücken des Balls im Zuge eines gegnerischen Freistosses. Es war sicher eine dumme gelbe Karte, aber da es für HCB7 nicht nach einem Torerfolg aussah, wollte er sich einfach auf diese Weise einen Eintrag im Notizbuch des Schiris sichern – der Erfolg gab ihm recht, wie der offizielle Spielbericht der DSG beweist.
Kurz darauf durfte man sich auf Seiten des FC Gatt wieder besserer Taten erfreuen. Kaudi, der an diesem Nachmittag alle Ecken trat, schaffte die Ecke erstmals ohne Ausrutschen ins Feld und Michael D. stellte mit einem wuchtigen Kopfball erneut die Führung für den FC Gatt her.
Ebenfalls noch vor der Pause nahm sich Samir bei einem Freistoss aus rund 30 Metern ein Herz und überhob den Tormann unhaltbar zur 3 : 1 Pausenführung. Entscheidend war in dieser Situation mit Sicherheit, dass HCB7 den Ball hingelegt hatte, weshalb er sich in der Assist-Liste weiter nach oben schieben konnte.
In der Pause erkannte man wie so oft in dieser Saison, dass jeder nur „g’scheit“ daher redet, aber Ulrich ‚Hochauser’ Voit, der seinen neuen Sponsor wie Niki Lauda auf der Kappe trägt, meinte, dass das eigentlich auch „wuascht“ ist. Mit diesen wichtigen Trainerworten trat man die zweite Hälfte an, um die sicher scheinenden drei Punkte nach Hause zu spielen.
So überrascht es nicht, dass man 5 Minuten nach Beginn der zweiten Hälfte durch einen satten Schuss von halbrechts von Michael D. die Führung weiter ausbauen konnte. Mit dem 4 : 1 hatte man den Gegner zwar angeknockt, aber k.o war er scheinbar noch nicht, da der FC Gatt in Minute 53 erneut den Anschlusstreffer hinnehmen musste.
Diesmal war sich der FC Gatt aber sicher, dass man die 4 : 2 Führung nicht mehr aus der Hand geben möchte und stürmte munter weiter. Mit Erfolg, wie man im Nachhinein feststellen durfte. So folgten innerhalb von 15 Minuten drei weitere Treffer für den FC Gatt und Kaudi erklärte sich mit HCB7 solidarisch, indem er für das Weiterspielen nach dem Pfiff des Schiris gelb sah. Dass Kaudi den schwachen Pfiff des Schiris nicht hörte, wollte dieser nicht hinnehmen.
Beim Spielstand von 2 : 7 zeigte aber auch Salzach noch einmal Herz und Kampfgeist. HCB7, der seit seiner Bandscheibenoperation Kopfbälle und Bewegungen aller Art meidet wie der Teufel das Weihwasser nahm sich ein Herz und köpft den Ball völlig freistehend zu dem neben ihm weilenden Samir. Der Gegner wollte offenbar das Gleiche, hat dabei aber jedes Raum- und Zeitgefühl verloren, und köpfte wuchtig auf den bereits wieder am Boden gelandeten HCB7. Die Folge war eine Schwellung knapp unter dem rechten Auge, die im Laufe der Woche alle Farben dieser Welt annahm.
Dieser Schock und auch die Gewissheit, dass der heute kein Tor mehr schießt, ließ den Trainer ein Erbarmen haben und so wurden HCB7 und Samir nach rund 70 Minuten durch Markus und Johannes ersetzt. Der Trainer tauschte also Spielwitz und Raffinesse gegen Spritzigkeit und Lauffreude. Die Zuschauer waren natürlich erfreut, denn mit Johannes war endlich wieder ein Stürmer am Feld, der weiß, wo das Netz hängt. So verwundert es nicht, dass er knapp vor dem Schlusspfiff, den Endstand von 8 : 3 herstellte.
Insgesamt bleibt zu sagen, dass FC Gatt einen Fahrstuhlfussball spielt – einmal oben, einmal unten und dass man das Toreschießen nicht ganz verlernt hat, obwohl der FC Gatt auch die einzige Mannschaft war gegen die Salzachsturm bis dahin überhaupt Tore erzielen konnte.